"Wir wollen den gesellschaftlichen Dialog anregen"

Drei Fragen zur Demokratie: Förderer der Bonner Tage der Demokratie antworten. In dieser Ausgabe: Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Warum machen Sie bei den Bonner Tagen der Demokratie mit?

 

Dorothea Rüland: Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der jeder seine Meinung frei äußern kann und die Auseinandersetzung mit Anderen nicht scheut - vielleicht sogar gezielt danach sucht. Dem DAAD fällt meiner Meinung nach hier eine signifikante Rolle zu: Mit unseren Austauschprogrammen wirken wir an einer offenen Gesellschaft mit. Menschen, die mit uns ins Ausland gehen oder in Deutschland studieren, erleben nicht nur andere Wissenschaftssysteme. Die Alltagserfahrung in einem anderen Land lässt sie die eigene Identität reflektieren und führt zu einem Perspektivwechsel. Dies weckt Offenheit und Toleranz in jedem. Deshalb haben wir zu den Diskussionen auch DAAD-Stipendiaten eingeladen. Wir beteiligen uns an dieser Reihe, um den gesellschaftlichen Dialog anzuregen, mit Bonner Bürgern Herausforderungen an unser Demokratieverständnis zu reflektieren, aber auch um den Wert unseres Rechtsstaates zu verdeutlichen.

 

Was kann die Wissenschaft zur Stärkung der Demokratie beitragen?

Rüland: Demokratie lebt von der Freiheit des Denkens, vom Streben nach gemeinsamen Regeln. Aber auch vom authentischen Gedankenaustausch, der rationalen Strukturen folgt und sich auf die Suche nach Erkenntnis begibt. Hierfür stehen auch die Werte der Wissenschaft: Hypothesen müssen überprüfbar sein, erst dadurch erhalten sie Gültigkeit und Authentizität. Und sie können auch wieder verworfen werden. Versuch und Irrtum stellen das Gegenteil von ideologischem Rigorismus dar. Diskurse, die nicht alternativen Fakten, sondern der Vernunft folgen, braucht jede funktionierende Demokratie.

 

 

 

Bonn und Demokratie – was fällt Ihnen dazu ein?

 

Rüland: Hier wurde unser Grundgesetz erarbeitet, das die Basis für unsere demokratische Ordnung bildet. Deutschland hat sich hiermit wieder nach vorne orientiert und sich einen Auftrag erteilt: Zu einer Welt beizutragen, die friedlich und offen dem sozialen Fortschritt zugewandt ist. Neben der Meinungsfreiheit und der Gleichberechtigung gehört die Freiheit der Wissenschaft zu den entscheidenden Säulen des Grundgesetzes. Für letztere müssen wir heute entschiedener eintreten denn je. Sie garantiert eine Zukunft, in der wir einer zunehmend komplexen Realität konstruktiv begegnen können. Die Freiheit der Wissenschaft kann aber nicht ohne die übrigen Freiheiten gedacht werden. Sie bedingen sich gegenseitig, denn ohne Toleranz ist auch kein Fortschritt möglich.

 

 

Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert bei den Bonner Tagen der Demokratie die drei Veranstaltungen „Lebendiges Grundgesetz“:

 

Artikel 3.2: Männer und Frauen sind gleichberechtigt, Artikel 5.1: Pressefreiheit und Artikel 5.3: Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.

Bonner Tage der Demokratie


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